Krankenversicherung
„Mein Beitrag ist um 18 Prozent gestiegen. Soll ich die private Krankenversicherung kündigen?“
Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung: warum Kündigen selten hilft
Daniel Meister · ·9 Minuten
Diese Frage kommt in jedem Frühjahr, wenn die Anpassungsschreiben im Briefkasten liegen. Bevor über eine Kündigung gesprochen wird, muss geklärt sein, was du damit aufgibst. In den meisten Fällen ist das mehr, als die Erhöhung kostet.
Inhalt ein- und ausklappen
Was passiert, wenn du kündigst
In der privaten Krankenversicherung zahlst du von Beginn an mehr, als deine Behandlungskosten in jungen Jahren verursachen. Der Überschuss wird als Alterungsrückstellung angespart und dämpft später den Beitrag.
Bei einem Wechsel zu einem anderen Versicherer wird nur der Anteil übertragen, der auf den Basistarif entfällt, und das nur für Verträge ab 2009. Der Rest bleibt beim alten Versicherer. Dazu kommt die Gesundheitsprüfung: alles, was seit deinem Abschluss diagnostiziert wurde, wird neu bewertet.
Die Frage ist nie „günstiger oder teurer”, sondern „was verliere ich dabei”.
Woher die Erhöhung kommt
Ein Versicherer darf den Beitrag nicht beliebig anpassen. Erst wenn die tatsächlichen Ausgaben von den kalkulierten um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz abweichen, wird geprüft und angepasst. Deshalb kommen Erhöhungen als Sprung, nicht als sanfte Kurve.
- Leistungsausgabenneue Verfahren, Arzneimittelpreise, häufigere Behandlungen im Kollektiv
- Lebenserwartungdie Leistungspflicht läuft länger als bei Abschluss unterstellt
- Rechnungszinsdie Rückstellungen erwirtschaften weniger als kalkuliert
Die Reihenfolge, in der ich prüfe
§204 VVG gibt dir das Recht, innerhalb deines Versicherers in jeden gleichartigen Tarif zu wechseln, unter Anrechnung der erworbenen Rechte und der vollen Alterungsrückstellung. Das gilt auch für Tarife, die nicht mehr beworben werden.
- Bestand aufnehmen: Tarif, Bedingungsstand, Selbstbeteiligung, laufende Zuschläge
- Vollständige Liste der gleichartigen Tarife anfordern, auch der geschlossenen
- Leistungen Klausel für Klausel gegenüberstellen, erst danach den Beitrag
- Mehrleistungen regeln: Ausschluss oder Zuschlag genau auf diesen Teil begrenzen
Was außer dem Tarifwechsel zur Krankenversicherung gehört – der Vergleich zwischen gesetzlich und privat, Zusatzschutz und die Fristen –, steht auf der Seite zur Krankenversicherung.
Bring dein Anpassungsschreiben und die Police mit. Nach 60 Minuten weißt du, ob ein Wechsel etwas bringt.
Erstgespräch vereinbaren
Ich bin Ingenieur und habe Wirtschaft studiert. Diese Herkunft prägt meine Arbeit: Ich rechne nach, bevor ich empfehle, und ich lege den Rechenweg offen.
- Qualifikation
- Ingenieur, Wirtschaftsstudium
- Arbeitsweise
- Über 100 Versicherer, ohne Bindung an ein Haus
- Schwerpunkte
- Krankenversicherung, Arbeitskraft, Vorsorge
Passend dazu
Drei Beiträge, die häufig zusammen gelesen werden

Wechsel in die private Krankenversicherung: die Pflichtgrenze allein ist kein Grund
Wer die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet, darf wählen — mehr sagt diese Grenze nicht. Was gesetzliche und private Krankenversicherung 2026 tatsächlich kosten, welche Einkommensbestandteile dabei überhaupt mitzählen und warum die Familienplanung die Rechnung häufiger entscheidet als das Gehalt. Und wann ich vom Wechsel abrate.
Lesen →
Berufsunfähigkeit für Ingenieure: warum eine Police von der Stange selten passt
Versicherer bilden Berufsgruppen nach der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit, nicht nach dem Studienfach. Was das für Beitrag und Leistungsfall bedeutet, welche Klauseln am Berufsbild eines Ingenieurs hängen und warum die Nachversicherungsgarantie beim ersten Gehaltssprung wichtiger ist als jeder Beitragsvergleich. Dazu das Vorgehen bei der anonymen Risikovoranfrage.
Lesen →
Hessengeld und Hessen-Darlehen: wer sie bekommt und wie viel
Fast überall steht „bis zu 30.000 Euro für eine Familie“. Ausgezahlt wird aber höchstens die Grunderwerbsteuer, die tatsächlich gezahlt wurde — bei 450.000 Euro Kaufpreis sind das 27.000 Euro. Dazu die Frist, die den meisten Geld kostet: Das Hessengeld beantragst du nach dem Kauf, das Hessen-Darlehen zwingend davor.
Lesen →